Unsere KAFFEES haben einem weiten Weg auf unsere schönen Insel Rügen hinter sich. Nach der Veredelung in unserer Kap Arkona Rösterei überzeugen diese nicht nur durch einen exzellenten Geschmack, sondern auch durch ein Eigenleben und Eigensinn, bevor diese von Ihnen genossen werden. Einige Ihrer Abenteuer erzählen wir hier. Viel Spass beim Lesen, am besten mit einem unserer Kaffees.

Die Taufe

Eine Möwe hebt ab, sie kreischt noch auf, bevor sie weg fliegt. Der SCHWARZE PIRAT beachtet sie nicht. Er hat nur Augen für seine Schöne. Sie liegt noch vertaut im Trockendock. Vor seinem inneren Auge erstrahlt sie in neuen herrlichen Farben. Erst gestern ist sie im Breeger Hafen angekommen. Sie hat den langen Transport über Land vom Glower Strand fast unbeschadet überstanden. Ein Mast ist angebrochen, der Vorarbeiter hat es beim Transport knacken hören und bei der Sichtkontrolle hat sich sein Verdacht bestätigt. Mit eingezogenen Schultern und die Mütze in der Hand steht er neben dem SCHWARZEN PIRAT und berichtet vom Transport mit allen seinem Vorkommnissen. Dem SCHWARZEN PIRAT interessieren die Probleme nicht. Er träumt grade von großen Abenteuern, Ruhm und Reichtum. So bemerkt er auch nicht, wie sich der Vorarbeiter langsam nach hinten von ihm entfernt. In seinen Gedanken versunken, hört er wie neben Ihm auf dem Boden gespuckt wird. Ein kurzer verärgerter Seitenblick, lässt ihn erkennen das DE WINDLÄNDER an seine Seite getreten ist. Ein kurzes Humm. Ein schroffes „Was?“ presst der SCHWARZE PIRAT hervor. Wieder ein Humm vom DE WINDLÄNDER. Dann „Das ist Sie?“. Der SCHWARZE PIRAT erwidert stolz, „Ja, endlich ist sie fertig.“ DE WINDLÄNDER wagt einen kurzen Seitenblick zum SCHWARZEN PIRAT und dann schaut er wieder auf das Etwas. „Ein Mast ist schräg.“ brummt er. „Eine optische Täuschung.“ kommt es schnell vom SCHWARZEN PIRAT, “Sie ist perfekt.“ und man sieht ein kurzen Aufblitzen in seinen Augen. Eine Träne? Es hat noch keinen Anstrich und das einige Teile angekohlt und teils angefault ist nicht zu übersehen, gib DE WINDLÄNDER von sich. Mit einem kurzen Knurren, gibt der SCHWARZE PIRAT zu verstehen, er will davon nichts hören. Dann meint er es fehlt nur noch etwas Farbe und niemand sieht mehr, das seine Schöne aus alten Wrackteilen verschiedener Schiffe zusammengezimmert wurde. Wochenlang hat er Bauern aus der Glower Gegend am Strand schuften lassen, um sein Kaperschiff zu bauen. Niemand hatte Ahnung vom Schiffsbau, aber die grobe Zeichnung des SCHWARZEN PIRATEN wurde äußerlich umgesetzt. Heute wird sich sich zeigen, ob sie schwimmen kann. Natürlich kann sie schwimmen, seine Schöne. Sie ist nach seinen Plänen erbaut. Brummend meint er zum DE WINDLÄNDER,“Komm mit, wir taufen sie jetzt.“ Sie gehen zur Schönen, wie groß sie wird. Am Rumpf hängt ein Seil. Der SCHWARZE PIRAT nimmt es und befestigt eine volle Rumflasche dran. Den besten den es zu kaufen gab. Das ist die Schöne ihm Wert, er trinkt sonst immer den billigen Fusel, aber für seine Schönheit nur das Beste. Etwas irritiert verfolgt DE WINDLÄNDER die Szene. „Wird nicht Champagner zur Schiffstaufe verwendet?“, wendet er ein. „Champagner, Sekt, Wein, bäh. Das ist Weibergesäuf. Sie soll hart und schnell am Wind segeln und in Schlachten andere Schiffe versenken. Sie soll gütig zu mir sein und vom Rest gefürchtet werden. Sie wird mit Rum getauft.“ Das Schicksal seiner anderen Schiffe kennend schweigt DE WINDLÄNDER dazu. Der SCHWARZE PIRAT wird feierlich. Man hört die Wellen und leichten Wind, rundum ist es plötzlich still geworden. Sich des historischen Momentes bewusst, holt der SCHWARZE PIRAT tief Luft und hebt seine Brust. Dann brüllt er heraus, „Ich taufe dich auf den Namen Madonna Maria Estfania Luisa Augusta“ Und wirft mit Schwung die Rumflasche an den Bug. Statt daran zu zerspringen, gib es nur ein hohles Blob und die Rumflasche nimmt ihren weg zurück. Um ein Haar hätte sie den SCHWARZEN PIRAT am Kopf erwischt. Da er mal letzten Abend nicht bis zum umfallen gebechert hat, ist er in der Lage etwas ungeschickt auszuweichen. Etwas aus dem Gleichgewicht reißt er die Flasche aus der Hand des WINDLÄNDERS, der diese mit einem geschickten Griff erwischt hat. Wütend schleudert er nochmals die Flasche an den Bug. Wieder ein Blob. Und die Rumflasche macht sich wieder auf in Richtung SCHWARZER PIRAT. Fassungslos sieht er diese auf sich zukommen, bevor diese in seine krumme Nase donnert, hat sich wieder die Hand des WINDLÄNDERS dazwischen geschoben und den Flug der Bottle gestoppt. Und wieder will der SCHWARZE PIRAT diese Richtung Schiff schleudern, als der bemerkt, das sie von den Anwesenden im Hafen beobachtet werden. Die schon ausholende Bewegung endet in einem erhobenen Arm. Dann hält er kurz inne dreht sich vom Schiff weg und schaut in die Runde, bevor er ohne abzusetzen die Bottle Rum in einem Zug aus säuft. Die leere Flasche wirft er weg und als diese auf dem Steinboden mit einem Klirren zu Bruch geht, meint er laut, das der Rum einfach zu Schade war um vergeudet zu werden und die Taufe hiermit beendet ist. Er gibt ein Zeichen und die Madonna Maria Estfania Luisa Augusta wird zu Wasser gelassen. Gespanntes Warten. Nein, sie sinkt nicht sofort. Etwas tief im Wasser liegt sie, aber das wird sich geben. Zum DE WINDLÄNDER gewandt brummt er, komm mit. Sie gehen auf das Schiff. Das mummlige Gefühl beim DE WINDLÄNDER verfliegt schnell, sie fühlt sich gut unter seinen Füssen an. Ein gleichmäßiges leichtes Schaukeln. Der SCHWARZE PIRAT gibt den Befehl zum auslaufen. Langsam setzt sie sich in Bewegung. Sie verlassen den Hafen. Damit sind sie weiter gekommen als beim letzten Mal. Der Wellengang wird etwas schwerer auf dem Bodden, sie fühlt sich weiterhin gut und stark an. Setzt die Segel ruft der SCHWARZE PIRAT. Seine Crew noch unerfahren rennt durcheinander an Deck rum. Nach einigen hin und her, schaffen sie es, das an einem Mast ein Segel entrollt wird. Sie nimmt Fahrt auf. Zufrieden hält der SCHWARZE PIRAT seine Nase in den Wind. Um die Crew wird es sich später kümmern. Er würde sie noch drillen. Weit vor dem Bug kräuselt sich das Wasser. De WINDLÄNDER erkennt, die Saalhundsteine. Zum SCHWARZEN PIRATEN gerichtet, schreit er, „wenden!“ Der SCHWARZE PIRAT ruft, den Kurs halten, hier bin ich der Käpt'n an Bord. DE WINDLÄNDER zeigt nach vorn und ruft, die Steine. Der SCHWARZE PIRAT wendet den Blick vom Segel ab, nach vorne. „Sehe keine Steine.“ „Da sind die Saalhundsteine, wir haben Hochwasser. Sie sind unter Wasser.“ ruft DE WINDLÄNDER aufgeregt. Der SCHWARZE PIRAT überlegt kurz. „Die sind nie unter Wasser.“ Schaut aber genauer hin. Die Wellen schlagen dort aufeinander und bilden leichte Schaumkronen. „Verdammt.“ brüllt er, „Wenden.“ Es passiert nichts, die Fahrt geht weiter vorwärts. Gebannt schaut der SCHWARZE PIRAT nach vorne und brüllt, „Steuermann, wenden.“ Die Schöne ändert die Richtung nicht. Wütend wendet er seinem Blick Richtung Heck und traut seinen Augen nicht. Das Ruder ist unbesetzt. Vor Wut brüllend rast er los, hin zum Steuerrad. Auch De WINDLÄNDER hat die Gefahr erkannt und sich in Bewegung gesetzt. Sie erreichen fast zeitgleich das Steuer. Zu spät. Ein Zittern durchfährt das Schiff. DE WINDLÄNDER kann sich nur mit Mühe auf den Beinen halten. Der SCHWARZE PIRAT ist nicht mehr neben ihm. Er hört hinter sich ein Plab und Plab , Plab, Plab dann Holz krachen und danach ein Platsch. Langsam dreht er sich um, vom SCHWARZEN PIRAT keine Spur. Er geht zum Heck, wo in der Reling ein Loch klafft und schaut nach unten. Halb liegend und halb sitzend sieht er auf den SCHWARZEN PIRAT. Das Wasser ist hier so flach, das er nicht mal knietief im Wasser liegt. Trotzdem scheint er beim Sturz Wasser geschluckt zu haben. Im einem Bogen spuckt er Wasser aus einen Mund. Oder ist es der Rum? Trocken meint der zum SCHWARZEN PIRAT, dem Schiff gefällt sein Name nicht, das DÜNENWRACK macht seinen Namen alle Ehre. „Wieso DÜNENWRACK“, zischt der SCHGWARZE PIRAT. „So wird es seit dem Bau von den Bauern genannt. Ein Schiff aus Wrackteilen aus der Düne vor Glowe. Niemand hat erwartet es schwimmen zu sehen.“ Wie zur Bestätigung bricht der Nebenmast und knallt mit wehenden Segeln auf das Deck. Leicht hustend versucht der SCHWARZE PIRAT im knietiefen Wasser sein Seemannsgrab zu finden.